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Stadtverkehr auf Anforderung

Citykurse

Der schwierigste Teil des automatisierten Fahrens ist nicht die Autobahn. Es ist der Stadtverkehr. Genau die Situationen, die über die Qualität eines Assistenzsystems entscheiden, lassen sich im öffentlichen Verkehr nicht gezielt herbeiführen. Auf den Citykursen entstehen sie auf Anforderung und beliebig oft: mit identischen Geschwindigkeiten, Abständen und Lichtverhältnissen. Erst diese Reproduzierbarkeit macht Messergebnisse vergleichbar und damit belastbar.

Die Fläche bildet ein vollständiges urbanes Verkehrsumfeld ab und lässt sich innerhalb weniger Stunden auf ein anderes Szenario umstellen. Was fest gebaut ist, gibt den Rahmen vor. Alles Weitere entsteht nach Ihrem Versuchsplan.

Vierspurige Kreuzung auf den Citykursen des DEKRA Lausitzrings

Die Citykurse im Detail

Alle Maße auf einen Blick, als Grundlage für Ihre Versuchsplanung.

  • Asphaltfläche: 80.000 m²
  • Ausdehnung: 1,6 km × 0,2 km
  • Frei konfigurierbare Testfläche: 370 m × 51 m, im breiten Abschnitt 153 m × 93 m
  • Fahrspuren: bis zu 4, mit vierspuriger Kreuzung
  • Fahrbahnbreiten: 6 / 7,5 / 9,5 / 11,25 / 12,75 / 14,75 / 17 m
  • Radien eng: 8 / 15 / 20 / 27 / 40 / 50 / 53,8 / 55 m
  • Radien mittel: 83,8 / 84 / 110 / 118 / 128,8 / 183,8 / 250 m
  • Radien weit: 500 / 1.000 / 1.100 m
  • Kreisverkehre: 20 m und 30 m Durchmesser
  • Steigungen: 6 / 8 / 15 / 20 %
  • S-Bend: 910 m mit Auslauf, 751,2 m ohne Auslauf
  • Mobile Gebäudefassade aus Containern

Was hier steht, steht dauerhaft und muss vor keinem Versuch aufgebaut werden.

  • Kreuzungen unterschiedlicher Geometrie mit realitätsgetreuer Verkehrsführung, bis hin zur vierspurigen Kreuzung
  • Zwei Kreisverkehre unterschiedlicher Größe
  • Autobahnauf- und -abfahrten für Beschleunigungs- und Einfädelszenarien
  • Straßenbahnschienen im Fahrbahnbelag
  • Steigungshügel mit 6, 8, 15 und 20 Prozent Steigung
  • Gerade Abschnitte für normkonforme Anfahrten nach Euro NCAP
  • Fahrbahnbreiten vom schmalen Anliegerprofil bis zur mehrspurigen Hauptverkehrsstraße
  • Eine zusammenhängende Freifläche für Szenarien ohne feste Fahrbahnführung

Die wenigsten Versuchspläne passen auf ein Layout von der Stange. Markierungen, Szenariogrenzen und Zielpositionen legen wir nach Ihrer Vorgabe an, in der Regel innerhalb weniger Stunden.

  • Fahrbahnmarkierungen in wechselnden Breiten, Längen und Farben, temporär und rückstandsfrei entfernbar
  • Alle vorhandenen Radien markieren wir auf Wunsch, zusätzliche Radien legen wir nach Ihrer Vorgabe an
  • Die Geometrie der S-Bend lässt sich auf Slalomstrecke, ENCAP-Gerade, Westgerade oder City 1 übertragen
  • Verkehrszeichen, Leitplanken und Absperrelemente werden frei platziert
  • Mobile Fassadenelemente erzeugen Gebäudekanten und gezielte Sichtverdeckungen
  • Dummys und Zielobjekte positionieren wir nach Versuchsplan
  • Mobile Flutlichtanlagen ermöglichen Nachtszenarien mit definierter Ausleuchtung
  • Ein automatisiertes Markierungssystem trägt Fahrbahnmarkierungen reproduzierbar auf, in unterschiedlichen Farben und mit regionsspezifischen Additiven
  • Die Markierungen erfüllen die Vorgaben der UN-ECE-Regelungen und der NCAP-Protokolle

Für die Erprobung automatisierter Fahrfunktionen zählt nicht nur die Fläche, sondern auch, was auf ihr gemessen und übertragen wird und wie präzise sie sich in die Simulation überführen lässt.

  • 5G-Standalone-Campusnetz sowie WLAN-Abdeckung nach 802.11p für V2X-Kommunikation
  • Campus-LAN mit Mesh-Struktur, 4G und 5G
  • dGPS mit 2 cm Genauigkeit bei 100 Hz Abtastrate
  • Cloudsystem für Testdatenmanagement mit Kundenanbindung über VPN
  • Mobile Verkehrsinfrastruktur und ein bestehendes V2X-Ökosystem
  • Informationssicherheit nach TISAX
  • Referenzvermessung per Mobile Laser Scanner mit Genauigkeit im Millimeterbereich
  • Aktualisierung auf Basis von Drohnenaufnahmen, verfügbar innerhalb weniger Stunden
  • Digitales Orthophoto mit 2 cm je Bildpunkt
  • Digitales Geländemodell mit 10 cm Rasterweite
  • Kolorierte Punktwolke mit rund 3.000 Punkten je Quadratmeter

Urbane Konfliktsituationen entstehen hier nach Versuchsplan statt nach Zufall.

  • Erprobung automatisierter Fahrfunktionen bis Level 5
  • Validierung von Notbrems- und Kollisionsvermeidungssystemen (AEB)
  • Spurhalte- und Ausweichfunktionen (LSS), auch auf der S-Bend
  • Kreuzungs-, Abbiege- und Vorfahrtsszenarien mit reproduzierbaren Konflikten
  • Erprobung der Fußgänger- und Radfahrererkennung mit Dummys
  • Sensorik- und Kameravalidierung bei wechselnder Sichtverdeckung
  • Abstandsregelung und Stop-and-Go-Betrieb im urbanen Verkehrsfluss
  • Einfädelmanöver an Autobahnauf- und -abfahrten
  • Verhalten in Kreisverkehren und an Straßenbahnschienen
  • V2X-Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur
  • Aufzeichnung von Referenzdaten für Simulation und Absicherung
  • Nachbau realer Unfallstellen aus der Unfalldatenbank
  • Szenarienbasiertes Testen mit herstellerunabhängiger Orchestrierung aller Testobjekte

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Von der einzelnen Szenarienreihe bis zur mehrwöchigen Erprobungskampagne: Wir stellen Fläche, Messtechnik und Personal auf Ihr Vorhaben ab.

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